UNTERNEHMEN

Signa(l)-Störung

RENÉ BENKO Das rasant gewachsene Reich des Selfmademans erfährt heftige Erschütterungen. Das Handelsgeschäft liegt danieder, die Immobiliensparte muss Einbußen hinnehmen. Was bleibt?

An ei­nem Nach­mit­tag Mit­te Juni sitzt René Ben­ko (43) in ei­nem Frank­fur­ter Büro und klickt sich durch eine Prä­sen­ta­ti­on der Si­gna-Grup­pe. Die Vi­deo­kon­fe­renz, mit der der Gast­ge­ber die Zu­schau­er von den Stär­ken sei­nes Un­ter­neh­mens über­zeu­gen will, ge­rät zur Wer­be­show. Gleich das ers­te Schau­bild zeigt mehr als ein Dut­zend sei­ner bes­ten Im­mo­bi­li­en: den ge­plan­ten Elb­to­wer in Ham­burg, das Ka­DeWe in Ber­lin oder das Chrys­ler Buil­ding in New York. Schnell wird klar: Ben­ko sam­melt Pres­ti­ge­bau­ten wie an­de­re Men­schen Apps auf ih­ren Han­dys. Es fol­gen Er­folgs­zah­len: 25 Mil­li­ar­den Euro Bi­lanz­sum­me in der Grup­pe, mehr als eine Mil­li­ar­de Euro Ge­winn im Jahr, 40 Pro­zent Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te. All das er­rich­tet in we­ni­gen Jah­ren.

Ben­ko will zur zwei­ten Säu­le sei­nes Kon­glo­me­rats über­lei­ten, sei­nem Han­dels­ge­schäft, und da­mit auch zu Ga­le­ria Kar­stadt Kauf­hof, das im April un­ter den staat­li­chen Ret­tungs­schirm schlüp­fen muss­te. Ge­ra­de als er an­he­ben will, bricht eine heu­len­de Si­re­ne das war­me ös­ter­rei­chi­sche Tim­bre sei­ner Stim­me. Der Feu­er­mel­der geht an, ein Fehl­alarm, wie sich bald her­aus­stellt – und doch ein Si­gnal, das pas­sen­der nicht sein könn­te.

Die Plei­te light der Wa­ren­haus­ket­te, die für die Hälf­te von Ben­kos Han­dels­um­sät­zen stand, wird teu­er. Der Shut­down hat das zu­vor schul­den­freie Un­ter­neh­men tief in die ro­ten Zah­len ge­stürzt, und auch das rest­li­che Re­tail­ge­schäft ringt mit gro­ßen Um­satz­ver­lus­ten. Si­gna muss Hun­der­te Mil­lio­nen Euro nach­schie­ßen, wäh­rend gleich­zei­tig die Im­mo­bi­li­en mit kri­sen­be­ding­ten Miet­aus­fäl­len kämp­fen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2020.