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KARRIEREN Die Corona-Krise hat Arbeitsabläufe und Geschäftsmodelle ausgehebelt. Viele sind plötzlich bereit, komplett umzudenken. Wie kann extremer Wandel gelingen?

GRÜNDE­RIN UND OUT­LAW Mit ih­rem Ber­li­ner Start-up Ci­vey at­ta­ckiert Ja­ni­na Müt­ze die eta­blier­ten Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tu­te – die sich hef­tig weh­ren

Ein neu­es Pro­dukt muss her. Ir­gend­et­was, das ihre Fir­ma über die Kri­se ret­tet. Ja­ni­na Müt­ze (29) sitzt in ih­rer Woh­nung in Ber­lin-Mit­te auf der of­fe­nen Ga­le­rie vor dem Couch­tisch des Groß­va­ters, den sie mit Bü­chern auf Schreib­tisch­hö­he ge­bracht hat. Ho­me­of­fice, wie ihre 60 Mit­ar­bei­ter auch, selbst für ihre tech­ver­rück­te Mei­nungs­for­schungs­fir­ma Ci­vey füh­le sich das un­wirk­lich an. Was man schon dar­an merkt, dass sich Müt­ze von der Stim­me ih­res Le­bens­part­ners, ein Un­ter­neh­mens­be­ra­ter, ir­ri­tie­ren lässt, der un­ten im Ess­zim­mer beim Zoom-Mee­ting mit ei­nem Kun­den spricht. Müt­ze zeich­net sich näm­lich ei­gent­lich da­durch aus, dass sie gar nichts ir­ri­tiert.

Aber jetzt? Was Müt­ze zur Fir­men­ret­tung ein­fällt: „Live-La­ge­be­rich­te“ in Echt­zeit, ein täg­li­cher Re­port für Ent­schei­der mit fri­schen Um­fra­ge­da­ten zur Kri­se, auf­ge­schlüs­selt nach Re­gio­nen bis hin zu Land­krei­sen. Das könn­te sie die Kri­se über­ste­hen las­sen. „Müs­sen OPs ver­scho­ben wer­den?“ „Wel­che Be­trie­be sind von Kurz­ar­beit be­trof­fen?“ Gute Kri­sen­fra­gen.

Mit dem Neu­er­fin­den in wid­rigs­ten Um­stän­den kennt sich Müt­ze aus. So zart die jun­ge Frau ist und auf­tritt, so ra­di­kal geht sie ih­ren Weg. Sie ist Mit­grün­de­rin von Ci­vey, ei­nem Un­ter­neh­men, das als Ers­tes aus­schließ­lich on­line Mei­nungs­um­fra­gen in Echt­zeit an­bie­tet. Eine Mil­li­on Deut­sche stim­men bei Ci­vey re­gel­mä­ßig ab, 2500 Um­fra­gen täg­lich, die über 25.000 In­ter­net­sei­ten lau­fen. Um Re­prä­sen­ta­ti­vi­tät zu re­kla­mie­ren, zieht ein Al­go­rith­mus aus all den In­ter­net­abstim­mern Stich­pro­ben und ge­wich­tet sie.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2020.