MAGISCHES VIERECK

Wenn die Flut kommt

Konjunkturpakete, Globalisierungskrise, hohe Staatsschulden: Die Inflationsgefahr ist so real wie lange nicht.

Von Henrik Müller

Zuge­ge­ben, War­nun­gen vor In­fla­ti­on sind ein La­den­hü­ter. Nach der Kri­se von 2008/​09 konn­te man der­ar­ti­gen Pro­phe­zei­un­gen kaum aus­wei­chen. Auch ich schrieb 2010 in mei­nem Buch „Spreng­satz In­fla­ti­on": „Auf die gro­ße Welt­re­zes­si­on könn­te in den kom­men­den Jah­ren eine gro­ße Preis­ex­plo­si­on fol­gen – wenn es näm­lich nicht ge­lingt, all die Gel­der wie­der aus dem Sys­tem zu ent­fer­nen, die im Zuge der Kri­sen­be­kämp­fung hin­ein­ge­schüt­tet wur­den. Die Geld­bom­be ist ge­zün­det – die Welt harrt der Ex­plo­si­on mit Schau­dern.“

Star­ke Wor­te – die nicht wahr wur­den. Nach der Kri­se blie­ben die In­fla­ti­ons­ra­ten nied­rig, trotz im­mer ex­pan­si­ve­rer Maß­nah­men der No­ten­ban­ken. Heu­te bin ich vor­sich­ti­ger. Ich weiß nicht, ob uns dies­mal eine gro­ße In­fla­ti­on be­vor­steht. Aber es ist durch­aus mög­lich.

DAS KERNAR­GU­MENT ist nach wie vor in­takt: Zur Be­kämp­fung der Kri­se be­feu­ern Re­gie­run­gen und No­ten­ban­ken die Nach­fra­ge. Trifft die­ser Kauf­kraft­über­hang dann auf ein kri­sen­be­dingt ein­ge­schränk­tes An­ge­bot, stei­gen die Prei­se.

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