SPEZIAL

Die Zeitenwende

LUXUSUHREN Die Branche hat sich während der Corona-Krise weitgehend ausgeloggt und hofft auf eine Rückkehr zu alten Zeiten. Deutschlands größte Manufaktur versucht es mit dem Gegenmodell: gepflegtem Rebellentum.

GLEIS­WECH­SEL No­mos-Mar­ken­che­fin Ju­dith Bo­row­ski, ge­lern­te Po­li­to­lo­gin und Jour­na­lis­tin, schüt­telt die Ma­nu­fak­tur stän­dig mit neu­en Ide­en durch

D ass man bes­ser zu Hau­se bleibt, muss Ju­dith Bo­row­ski (51) kei­ner sa­gen. Ihr Mann ist Arzt. Bo­row­ski, Co-Che­fin von No­mos, Deutsch­lands größ­ter Uh­ren­ma­nu­fak­tur (250 Mit­ar­bei­ter, ge­schätzt 40.000 Uh­ren im Jahr) mit Sitz in Glas­hüt­te, Sach­sen, hat­te sich schon vor dem gro­ßen Lock­down zu­rück­ge­zo­gen. Trotz­dem läuft sie auf Hoch­tou­ren.

Ihr ers­tes Ziel: den Be­trieb her­un­ter- fah­ren. An nur ei­nem Tag er­stell­te Bo­row­ski mit ih­ren bei­den Ge­schäfts­part­nern, Fir­men­grün­der Ro­land Schwert­ner (66) und Ma­nu­fak­tur­chef Uwe Ah­rendt (51), ei­nen Kri­sen­plan und schick­te 80 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter in Kurz­ar­beit und ins Ho­me­of­fice. „Wir zo­gen ganz schnell die Reiß­lei­ne. Ge­sund­heit geht vor.“

Seit­dem ar­bei­tet sie an ih­rem zwei­ten Ziel: Für sie und No­mos gehe es jetzt dar­um, den „Lock­down zu nut­zen, um sich bes­ser für die Zu­kunft auf­zu­stel­len“. Schon vor Co­ro­na er­ziel­ten die Sach­sen gut 10 Pro­zent vom Ge­samt­um­satz on­line – gut das Dop­pel­te bis Drei­fa­che ver­gleich­ba­rer Her­stel­ler. Die Vi­rus­kri­se, so Bo­row­ski, hel­fe dem Di­gi­tal­ge­schäft. Dazu launch­te No­mos in der Kri­se ein No­vum in der Lu­xus­uh­ren­bran­che: Als ers­te Ma­nu­fak­tur er­mög­licht der Her­stel­ler über sei­nen On­line­shop eine zins­freie Ra­ten­zah­lung. Wenn es gut läuft, stützt Bo­row­ski so das Er­geb­nis. Wenn es schlecht läuft, muss sie sich mit säu­mi­gen Schuld­nern her­um­schla­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2020.