DRAHTZIEHER

Ein Mann wie Gottes Schwert

DOUGLAS Der neue Chefsanierer Michael Keppel muss Filialen schließen – und für Frieden sorgen.

DRAHT NACH GANZ OBEN Bis­wei­len un­ter­rich­tet Mi­cha­el Kep­pel auch Pries­ter im Kri­sen­ma­nage­ment

Als die Par­fü­me­rie­ket­te Dou­glas im Juni die Be­ru­fung von Mi­cha­el Kep­pel (55) zum Chief Re­struc­tu­ring Of­fi­cer ver­kün­de­te, war der Ju­bel beim Ri­va­len Fla­co­ni groß. Be­triebs­wirt Kep­pel wird un­nach­gie­bi­ge Här­te im Um­gang mit Fi­lia­len und Lie­fe­ran­ten nach­ge­sagt. Wer den holt, so das Kal­kül der Fla­co­ni-Leu­te, will wohl sein Ge­schäft schlei­fen.

Alex­an­der Di­be­li­us (60), Deutsch­land-Chef des Dou­glas-Eig­ners CVC, hat Kep­pel in des­sen Job als Fi­nanz­chef der Dro­ge­rie­ket­te Ihr Platz schät­zen ge­lernt. Jetzt en­ga­gier­te er ihn, um die lan­ge wi­der­stre­ben­de Che­fin Tina Mül­ler (51) zu grö­ße­ren Fi­li­al­schlie­ßun­gen zu be­we­gen. Die CEO ma­che, sa­gen Be­tei­lig­te, gute Mie­ne zu Di­be­li­us' Spiel. Im Juli kehr­te sie zeit­gleich mit Kep­pels An­tritt aus ei­ner Krank­heits­pau­se ins Büro zu­rück.

In den ver­gan­ge­nen zwei De­ka­den wur­de Kep­pel meist von Ban­ken ge­ru­fen, wenn Schuld­ner kurz vor oder in ei­ner In­sol­venz steck­ten, wie bei Ihr Platz, Se­cur­Log, Ka­threin und Pflei­de­rer. „Der mo­ti­viert die Be­tei­lig­ten auch in schwie­rigs­ten Si­tua­tio­nen, ihre Schüt­zen­grä­ben zu ver­las­sen und so­gar bei der Mi­nen­räu­mung zu hel­fen“, at­tes­tiert ihm ein An­walt. So dra­ma­tisch ist die Si­tua­ti­on bei der Düs­sel­dor­fer Par­fü­me­rie­ket­te trotz des Co­ro­na-Shut­downs nicht. Ende März la­gen noch gut 300 Mil­lio­nen Euro in der Kas­se. Das Fol­ge­quar­tal dürf­te zwar noch Ver­lus­te ge­bracht ha­ben; doch etwa in Deutsch­land lau­fen die Ge­schäf­te wie­der bes­ser als be­fürch­tet.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2020.