DIE ÖKONOMIE DER ...

Daten-Exegeten

Deutschlands Konsumenten berappeln sich wieder. Neue, Corona-tauglichere Statistiken geben Hoffnung.  
Von Christian Schütte

Ein Re­kord­mi­nus er­war­ten vie­le Volks­wir­te für die deut­sche Wirt­schaft im zwei­ten Quar­tal. Das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) als In­di­ka­tor des na­tio­na­len Wohl­stands dürf­te um ei­nen zwei­stel­li­gen Pro­zent­satz schrump­fen; die wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­che Zunft ist sich in ih­ren Pro­gno­sen weit­ge­hend ei­nig.

Wo­mög­lich fällt die ge­samt­wirt­schaft­li­che Zwi­schen­bi­lanz, die am 30. Juli an­steht, aber doch nicht ganz so apo­ka­lyp­tisch aus. Hoff­nung macht ein ex­pe­ri­men­tel­ler In­di­ka­tor, den die For­scher der Bun­des­bank ent­wi­ckelt ha­ben. Sie nut­zen für ih­ren Wö­chent­li­chen Ak­ti­vi­täts­in­dex (WAI) Echt­zeit­da­ten, etwa zum Ver­kehr (sie­he Gra­fik), und bil­den die Wirt­schafts­la­ge da­mit ak­tu­el­ler ab. Von April bis Juni lag das BIP dem­zu­fol­ge um etwa 5 Pro­zent un­ter Vor­quar­tal. Was in Nor­mal­zei­ten ein Ab­sturz wäre, be­deu­te­te in der Co­ro­na-Zeit eine sehr po­si­ti­ve Über­ra­schung.

Soll­ten sich die Pro­gno­sen be­wahr­hei­ten, könn­te das ins­ge­samt zu ei­nem Um­den­ken in der Wirt­schafts­sta­tis­tik füh­ren. Dass die öko­no­mi­sche Lage am BIP ge­mes­sen wird, ist selbst eine Er­fin­dung aus Kri­sen­jah­ren. Der Öko­nom Si­mon Kuz­nets ent­wi­ckel­te die heu­ti­ge Volks­wirt­schaft­li­che Ge­samt­rech­nung 1937 wäh­rend der Gro­ßen De­pres­si­on in den USA. Es war die Ge­burts­stun­de des „Brut­to­in­lands­pro­dukts“.

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