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SHOPIFY Tobias Lütke aus Koblenz hat in Kanada einen boomenden Softwarekonzern aufgebaut, der an der Börse mehr als 110 Milliarden Dollar wert ist. Nun steht die Firma am alles entscheidenden Punkt.

VON KO­BLENZ NACH OT­TA­WA Der Pro­gram­mie­rer Tobi Lüt­ke hat in Ka­na­da sein Glück ge­fun­den. Als Mensch und als Un­ter­neh­mer.

Ü ber 5000 Mit­ar­bei­ter steu­ert To­bi­as Lüt­ke (40) in­zwi­schen, aber sein Ar­beits­zim­mer sieht aus, als habe er ge­ra­de ein Prak­ti­kum be­gon­nen: stahl­grau­es Re­gal, Re­gis­ter­schrank, zwei Ar­beits­plät­ze – tha­t's it. Un­ter sei­ner Schie­ber­müt­ze lä­chelt der Mann mit den eis­blau­en Au­gen zu­rück­hal­tend in die Ka­me­ra der Vi­deo­kon­fe­renz. Er ent­schul­digt sich für sein „Teen­ager­deutsch“. „Mei­ne Mut­ter hat sich schon be­schwert.“ Seit Jah­ren spricht Lüt­ke, der sich von al­len bloß Tobi nen­nen lässt, fast nur noch Eng­lisch.

Der Pro­gram­mie­rer und Vi­deo­spiel­fan ruft aus Ot­ta­wa an, dort hat er vor 16 Jah­ren in ei­ner Ga­ra­ge an­ge­fan­gen, mit Snow­boards zu han­deln. Heu­te heißt Lüt­kes Fir­ma Sho­pi­fy, ver­kauft Soft­ware zum Be­trieb von On­line­shops und ist an der New York Stock Ex­ch­an­ge auf ei­nen Wert von mehr als 110 Mil­li­ar­den US-Dol­lar ge­schos­sen – eine sa­gen­haf­te Ver­drei­fa­chung seit März.

Die Co­ro­na-Kri­se, die den Ein­zel­han­del ins In­ter­net zwingt, heizt den Bör­sen­hype um Sho­pi­fy noch wei­ter an (sie­he Gra­fik „Senk­recht­star­ter"). Fi­nanz­ana­lys­ten kor­ri­gie­ren ihre Preis­pro­gno­sen seit Mo­na­ten stän­dig nach oben. Mit der Roy­al Bank of Ca­na­da wech­sel­te sich Sho­pi­fy zu­letzt an der Spit­ze der wert­volls­ten Kon­zer­ne des Lan­des ab. Und Tobi Lüt­ke, dem noch 6,5 Pro­zent an Sho­pi­fy ge­hö­ren, zählt mitt­ler­wei­le zu den 20 reichs­ten Deut­schen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2020.