UNTERNEHMEN

Der Mann mit der Brechstange

WIRECARD Jahrelang hatte Fraser Perring dem Zahlungsabwickler Betrug vorgeworfen – und Millionen verloren. Bis sich das Blatt wendete. Die Geschichte eines Shortsellers, der das Image seines Berufsstandes aufbessern könnte.

AUF DER JAGD Fra­ser Per­ring in der Lon­do­ner City. Die Kon­zer­ne, bei de­nen er Bi­lanz­skan­da­le ver­mu­tet und ge­gen die er wet­tet, fin­det er meist zu­fäl­lig – über Tipps von Ex-Mit­ar­bei­tern und In­ves­to­ren.

Gut drei­ein­halb Jah­re lag sie un­ter sei­nem Bett. Jede Nacht griff­be­reit. 75 Zen­ti­me­ter lang, gut vier Ki­lo­gramm schwer. Eine Brech­stan­ge, mit der sich Fens­ter und Tü­ren auf­s­tem­men las­sen. Fra­ser Per­ring (46) brauch­te sie für et­was an­de­res. Er rech­ne­te, so er­zählt er es je­den­falls, mit un­ge­be­te­nem Be­such, ent­sandt aus Asch­heim bei Mün­chen, vom Dax-Kon­zern Wire­card. Er woll­te sich weh­ren kön­nen.

Per­ring ist Bör­sen­spe­ku­lant. Er macht Jagd auf Un­ter­neh­men, in de­nen er frag­wür­di­ge Prak­ti­ken und fri­sier­te Zah­len ver­mu­tet. Mit sei­nen Re­ports bringt er Ak­ti­en­kur­se zum Ab­sturz und ver­dient Geld, in­dem er an der Bör­se auf den Kurs­ein­bruch wet­tet – er geht „short“.

Doch vor vier Jah­ren wur­de Per­ring vom Jä­ger zum Ge­jag­ten: In sein Haus wur­de ein­ge­bro­chen, sei­ne Kran­ken­ak­te wur­de ge­hackt und ins In­ter­net ge­stellt, er fühl­te sich ver­folgt und be­droht. Er hat­te be­gon­nen, sich in Wire­card zu ver­bei­ßen. Heu­te steht das Un­ter­neh­men für ei­nen der spek­ta­ku­lärs­ten Bi­lanz­skan­da­le der Wirt­schafts­ge­schich­te, da­mals aber wur­den die Bay­ern vie­ler­orts noch als das „deut­sche Pay­Pal“ ge­fei­ert.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2020.