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Gothams Datenlord

PALANTIR Alex Karp will das umstrittenste Unternehmen des Silicon Valley jetzt an die Börse bringen. Doch inzwischen gibt es Konkurrenten, die billiger und risikoloser ermitteln.

MIS­TER LI­BER­TY Pa­lan­tir-CEO Alex Karp sti­li­siert sich als Kämp­fer für west­li­che Wer­te (hier auf dem Dach sei­nes Lon­do­ner Bü­ros)

Dun­k­les Holz, brei­te Glas­front – ein­mal im Jahr er­rich­tet Pa­lan­tir ei­nen recht­ecki­gen Zweck­bau auf den wich­tigs­ten 400 Me­tern der Welt. Stra­te­gisch wohl­kal­ku­liert, lässt Alex­an­der Cae­d­mon Karp (52) hier sein La­ger auf­schla­gen, auf ei­ner Wie­se ne­ben der Bi­blio­thek und ge­gen­über der evan­ge­li­schen Frei­kir­che von Da­vos. Je­den Ja­nu­ar spa­zie­ren Un­ter­neh­mens­len­ker, Mil­li­ar­dä­re und Staats­chefs vier Tage an Karps Pa­vil­lon vor­bei; es ist der kür­zes­te Fuß­weg zwi­schen dem Kon­gress­zen­trum und dem „Grand­ho­tel Bel­védè­re“, den Ku­lis­sen des Welt­wirt­schafts­gip­fels.

Auf dem Pa­vil­lon prangt in wei­ßer Schrift der Name von Karps Un­ter­neh­men: Pa­lan­tir, in­spi­riert von den se­hen­den Stei­nen aus der „Herr der Rin­ge“-Saga. Sei­ne Wir­kung ver­fehlt das nicht – in die­sem Jahr such­ten un­ter vie­len an­de­ren Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (53; CSU), EnBW-Chef Frank Mas­ti­aux (56) und EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ur­su­la von der Ley­en (61; CDU) die Nähe des Soft­ware-CEOs.

Da­vos ist Karps Haupt­um­schlag­platz für den wich­ti­gen Markt Eu­ro­pa. Hier will er Spit­zen­po­li­ti­kern und CEOs sei­ne Soft­ware in Kom­bi­na­ti­on mit hoch do­tier­ten Be­ra­tungs­leis­tun­gen an­die­nen, so wie er sie be­reits den Ge­heim­diens­ten CIA und NSA oder der US-Bun­des­po­li­zei FBI ver­kauft hat. Karp sieht sich in staats­tra­gen­der Mis­si­on un­ter­wegs: „Die Kern­auf­ga­be un­se­res Un­ter­neh­mens war es im­mer, den Wes­ten, ins­be­son­de­re Ame­ri­ka, in der Welt am stärks­ten zu ma­chen – um des glo­ba­len Frie­dens und Wohl­stands wil­len.“ Die Waf­fe der Wahl: Pa­lan­tirs Big-Data-Ana­ly­sen. Karps Soft­ware na­mens Go­tham – die Stadt von Bat­man – soll aus Mas­sen von Da­ten Er­kennt­nis­se fil­tern, um Ver­bre­chen er­folg­reich zu be­kämp­fen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2020.