FÜHRUNGSZEUGNIS

Begabten-Verführung

Der Fall Philipp Amthor zeigt, was die Politik von der Wirtschaft lernen kann: Compliance und Talentmanagement.
Von Thomas Sattelberger

Wie vie­le ver­stö­ren­de De­tails es doch über den CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Phil­ipp Amt­hor (27) zu le­sen gab, über be­zahl­te Rei­sen und Ak­ti­en­op­tio­nen, und das von ei­ner Fir­ma ohne ech­tes Pro­dukt. Der Mann, der Mi­nis­ter­prä­si­dent in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wer­den woll­te, steht in sei­ner Mi­schung aus Nai­vi­tät und Hy­bris da wie ein ge­blen­de­ter Blen­der. Nüch­tern be­trach­tet lehrt er uns et­was über Cha­rak­ter­bil­dung. Ich den­ke da auch an mei­ne ei­ge­ne Kar­rie­re.

Als Ma­na­ger bei MTU war ich für die Per­so­nal­ent­wick­lung ver­ant­wort­lich. Mit gro­ßen Auf­trags­vo­lu­mi­na be­schäf­tig­ten wir ei­nen Schwei­zer Ver­triebs­trai­ner. Ei­nes Ta­ges bot er mir eine drei­tä­gi­ge Ski­rei­se nach Aro­sa an, „nur für bes­te Kun­den“ und selbst­ver­ständ­lich „mit Part­ne­rin“. Als Air­line-Vor­stand lu­den mich Be­ra­ter ein zu ei­nem Wo­chen­en­de bei der For­mel 1 in Mo­na­co. Das war reiz­voll und grenz­wer­tig zu­gleich, ich sag­te ab.


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