EDITORIAL

Die oder wir

MAR­TIN NOÉ Chef­re­dak­teur

WE­NI­GE GESCHÄFTS­MO­DEL­LE IM IN­TER­NET ha­ben ei­nen so un­mit­tel­bar ein­leuch­ten­den Kun­den­nut­zen wie die Platt­for­men der Es­sens­lie­fer­diens­te. Ein paar Klicks – und eine hal­be Stun­de spä­ter kommt die Piz­za, Su­shi oder auch, zu­min­dest in Groß­städ­ten, ster­nen­na­he Kü­che nach Hau­se. Gleich­zei­tig je­doch ist die­ses On­line­ge­schäft das viel­leicht här­tes­te welt­weit. Egal ob es sich um den Dax-Auf­stei­ger De­li­very Hero han­delt, um das nie­der­län­di­sche Just Eat Ta­kea­way, in Deutsch­land un­ter der Mar­ke Lie­fe­ran­do be­kannt, oder Uber Eats – alle stre­ben Mo­no­po­le an, und das in mög­lichst vie­len Staa­ten welt­weit. Denn nur dann lässt sich Geld ver­die­nen. Wer nicht durch Über­nah­men wei­ter­wächst, stirbt. Evo­lu­ti­on bru­tal.

Seit dem Be­ginn der Co­ro­na-Pan­de­mie wird die­ses Busi­ness mit Ka­pi­tal ge­ra­de­zu ge­flu­tet. Mein Kol­le­ge Jo­nas Rest hat mit den Chefs der wich­tigs­ten Un­ter­neh­men ge­spro­chen, mit In­ves­to­ren und auch den Schwächs­ten in der Wert­schöp­fungs­ket­te, den Re­stau­rants und Fah­rern, die über­all dort aus­ge­presst wer­den, wo ge­setz­li­che Schutz­vor­ga­ben feh­len. Selbst man­chem Vor­stands­chef wird mul­mig. Jit­se Gro­en (42) von Just Eat Ta­kea­way, der ge­ra­de erst eine knap­pe Mil­li­ar­de Euro auf­ge­nom­men hat, warnt an­ge­sichts der Wachs­tums­wut und der ho­hen Ver­lus­te vie­ler Kon­kur­ren­ten vor ei­ner „Ka­ta­stro­phe“. Un­se­re Ti­tel­ge­schich­te „Das gro­ße Fres­sen“ fin­den Sie ab hier.

PS: Un­se­re Ti­tel­hel­din Mar­le­ne Sim­mig (26), Stu­den­tin der Stadt­pla­nung, fährt für Lie­fe­ran­do in Ham­burg. Sie fin­det den Job hart, aber fair be­zahlt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.