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Großes Theater

EY Die Prüfer ließen sich von eigens engagierten Schauspielern in die Irre führen. Ex-Wirecard-Vorstand Marsalek inszenierte.

SCHAU­STEL­LER Ex-Wire­card COO Jan Mar­sa­lek griff of­fen­bar tief in die Trick­kis­te des Il­lu­si­ons­thea­ters, um die Wire­card-Sto­ry vor den Ab­schluss­prü­fern wei­ter­zu­spin­nen

Zwi­schen An­fang Ja­nu­ar und Ende April warJan Mar­sa­lek (40) be­son­ders ge­for­dert. Ko­lon­nen von Wirt­schafts­prü­fern mar­schier­ten in die Zen­tra­le des Zah­lungs­dienst­leis­ters Wire­card in Asch­heim bei Mün­chen. Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer Mar­sa­lek muss­te al­les tun, um die Mär vom wachs­tums­star­ken und er­trag­rei­chen Bör­sen­star und Dax-Mit­glied fort­zu­spin­nen.

Wie weit der Öster­rei­cher bei sei­nen In­sze­nie­run­gen zu ge­hen be­reit war, ist im bis­lang un­ver­öf­fent­lich­ten An­hang des Son­der­be­richts der fo­ren­si­schen Er­mitt­ler von KPMG nach­zu­le­sen, der ma­na­ger ma­ga­zin vor­liegt. Zu­gleich zei­gen in­ter­ne Un­ter­su­chun­gen von EY, wie sich die Wirt­schafts­prü­fer lan­ge Jah­re von Mar­sa­lek über­töl­peln lie­ßen.

Auf­ge­baut war das Il­lu­si­ons­thea­ter rund um die 1,9 Mil­li­ar­den Euro, die Wire­card an­geb­lich auf Treu­hand­kon­ten bei zwei phil­ip­pi­ni­schen Ban­ken de­po­niert hat­te. KPMG be­rich­tet, dass ih­ren Son­der­prü­fern die Exis­tenz der Kon­ten so­wie die Höhe der ein­ge­leg­ten Sum­men An­fang März bei ei­nem Be­such in den Nie­der­las­sun­gen der BDO Uni­bank und der Bank of the Phil­ip­pi­ne Is­lands münd­lich be­stä­tigt wur­de.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.