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Fluch der Rettung

LUFTHANSA Die Belegschaft mag nicht mitsparen – eine Spätfolge der Staatshilfe.

AL­LEIN AUF DIÄT CEO Sp­ohr ver­zich­tet schon auf Ge­halt – und war­tet auf Nach­ah­mer

Man merkt, dass Cars­ten Sp­ohr (53) und die Sei­nen lan­ge an die­sem Brief ge­feilt ha­ben. In dem Schrei­ben, das der Luft­han­sa-Chef An­fang Au­gust an die Be­leg­schaft rich­te­te, ist von be­triebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen die Rede, al­ler­dings „ba­sie­rend auf dem Ver­lauf der Ver­hand­lun­gen“ über den Kri­sen­bei­trag der Luft­han­sea­ten. Soll wohl hei­ßen: „Wenn ihr end­lich mit­zieht, kommt es doch nicht so schlimm!“

Die kunst­vol­le Rhe­to­rik wird Sp­ohr we­nig nut­zen. Auch wenn die­ser Tage noch ein paar klei­ne­re Übe­r­ein­künf­te mit den Ge­werk­schaf­ten zu er­war­ten sind – mit sei­nem gro­ßen Ziel ist er ge­schei­tert. 20 Pro­zent der Ar­beits­kos­ten woll­te er durch frei­wil­li­ge Zu­ge­ständ­nis­se ein­spa­ren. Der Vor­stand schätzt das Ziel in­zwi­schen als uto­pisch ein.

Ge­schei­tert ist der Plan in ers­ter Li­nie an der trü­ge­ri­schen Si­cher­heit des staat­li­chen Hilfs­pa­kets von neun Mil­li­ar­den Euro. Die Aus­sich­ten für das Lang­stre­cken­ge­schäft – öko­no­mi­sches Rück­grat des Kon­zerns – ver­schlech­tern sich zwar ste­tig. Sp­ohr hat sei­ne Pro­gno­se für die Er­ho­lung des Fern­flugs ge­ra­de von 2023 auf 2024 hin­aus­ge­scho­ben; und das muss nicht sein letz­tes Wort sein. Doch die Dra­ma­tik ist we­gen des Ber­li­ner Schecks raus; und so mag der größ­te Teil des Per­so­nals nicht im ge­for­der­ten Um­fang mit­spa­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.