DIE ÖKONOMIE DER ...

Klimapo­litik

In der Krise lässt sich vieles erzwingen. Zum Vorbild wird Europa aber nur, wenn der Wandel sich lohnt.
Von Christian Schütte

Flug­scham war ges­tern. Im Früh­jahr 2020 ist dar­aus die Flug­angst ge­wor­den; und was den Kli­ma­ret­tern nicht ge­lun­gen ist, hat das Co­ro­na­vi­rus bin­nen Wo­chen ge­schafft: Es hat die Luft­fahrt ge­stoppt. Auch An­fang Au­gust gab es noch fast 30 Pro­zent we­ni­ger kom­mer­zi­el­le Flü­ge als Mit­te März; Fern­rei­sen sind fast un­mög­lich. Der welt­wei­te Still­stand von Pro­duk­ti­on und Ver­kehr bremst den CO₂-Aus­stoß in die­sem Jahr wohl um 4 bis 7 Pro­zent.

Es mag na­he­lie­gen, das als Vor­bild für die Kli­ma­po­li­tik zu se­hen: Ist der Wil­le erst ein­mal da, lässt sich Ver­hal­ten dras­tisch än­dern. In ei­nem an­er­kann­ten Not­fall sind fast alle be­reit, un­be­grenzt Res­sour­cen für eine gro­ße Ge­mein­schafts­auf­ga­be zu op­fern. Ge­nau mit die­ser Ab­sicht wur­de vie­ler­orts schon 2019 der „Kli­ma­not­stand“ aus­ge­ru­fen.

Die Idee, via Aus­nah­me­zu­stand eine bes­se­re Nor­ma­li­tät zu er­zwin­gen, ist al­ler­dings nicht nur po­li­tisch frag­wür­dig. Ein­grif­fe kön­nen glo­ba­le Um­welt­pro­ble­me nur lö­sen, wenn sie mög­lichst vie­le Nach­ah­mer fin­den. Dazu reicht es nicht zu zei­gen, was mit Selbst­kas­tei­ung al­les geht. Der Ver­zicht muss sich auch wirt­schaft­lich loh­nen – und das nach­weis­lich.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.