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DAS GROSSE FRESSEN

LIEFERDIENSTE Zwei europäische Unternehmen dominieren das härteste Onlinebusiness der Welt: Delivery Hero und der Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway ringen um Monopole. Viele Restaurants, Fahrer und Investoren bleiben auf der Strecke.

STRAS­SEN­KAMPF Lie­fer­ku­rie­re in Pa­ris. Sie wer­den von An­bie­tern wie Uber Eats oft nur pro Aus­lie­fe­rung be­zahlt. Kri­ti­ker spre­chen von „mo­der­ner Skla­ve­rei“. Geld ver­die­nen die Diens­te den­noch nicht.

Kurz be­vor die Co­ro­na-Pan­de­mie den in­ter­na­tio­na­len Flug­ver­kehr lahm­legt, geht Lie­fe­ran­do-Grün­der Jörg Ger­big (39) noch schnell ein­kau­fen. Er lan­det auf dem Chi­ca­go O'Ha­re In­ter­na­tio­nal Air­port, nimmt ein Taxi und fährt zur Zen­tra­le von Grub­hub, ei­nem der größ­ten Lie­fer­diens­te in den USA.

Ger­big, heu­te Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer des hol­län­di­schen Lie­fer­diens­tes Just Eat Ta­kea­way, zu dem Lie­fe­ran­do seit sechs Jah­ren ge­hört, trifft sich mit Grub­hub-An­füh­rer Matt Ma­lo­ney (43). Dann schal­ten sie Jit­se Gro­en (42) per Vi­deo­kon­fe­renz hin­zu, den Boss von Just Eat Ta­kea­way. Gro­en und Ger­big sind Über­nah­me­jun­kies. Vor knapp zwei Jah­ren ha­ben sie die deut­schen Kon­kur­ren­ten Piz­za.de, Lie­fer­held und Foo­do­ra ge­schluckt. An­fang 2020 folg­te das Ge­schäft des bri­ti­schen Ri­va­len Just Eat für sie­ben Mil­li­ar­den Euro.

Jetzt will der Hol­län­der Grub­hub für 6,5 Mil­li­ar­den Euro kau­fen; An­fang Juni mel­de­ten Ma­lo­ney und er die De­tails ih­res Deals. Gro­en weiß, dass auch Ubers Lie­fer­spar­te Uber Eats an Grub­hub in­ter­es­siert ist – und er will sei­nem größ­ten Kon­kur­ren­ten auf kei­nen Fall das lu­kra­ti­ve Ge­schäft in New York und an­de­ren Ost­küs­ten­me­tro­po­len über­las­sen. Die Pro­fi­te in Ame­ri­ka könn­ten sonst den An­griffs­krieg von Uber Eats in Eu­ro­pa fi­nan­zie­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.