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PHYSIK UND PHYSIS

SIEMENS Unpolitisch, geradlinig und technikverliebt: Der künftige Chef Roland Busch ist das Gegenmodell zu seinem Vorgänger Joe Kaeser. Für den Konzern hat er einen klaren Plan: zusammenführen statt zerschlagen. Aber wird das Superhirn auch Mitarbeiter und Kunden begeistern können?
Von Angela Maier

KRAFT­PA­KET In fast zehn Vor­stands­jah­ren hat Ro­land Busch Ste­her­qua­li­tä­ten be­wie­sen und kennt Sie­mens wie kein Zwei­ter. Sei­nen Kör­per trai­niert er täg­lich.

Was für eine Be­för­de­rung. Ro­land Busch (55) schrieb sein 17. Jahr bei Sie­mens, als sein Vor­stands­chef Pe­ter Lö­scher (62) ihn 2011 vom Stra­te­gie­chef zum Vor­stand mach­te, zu­stän­dig für den neu ge­schaf­fe­nen Sek­tor „In­fra­struc­tu­re & Ci­ties“. An­de­re nann­ten das Kon­glo­me­rat kri­seln­der Ge­schäf­te bald Res­ter­am­pe. Der Bau von ICE-Zü­gen oder die Ge­bäu­de­tech­nik – nir­gend­wo lief es. Als sich Busch als neu­er Vor­stand mit sei­nem frisch zu­sam­men­ge­wür­fel­ten Team in Ber­lin zur jähr­li­chen Top­ma­nage­ment­kon­fe­renz SBC traf, herrsch­te, so er­in­nert er sich, „Gra­bes­stim­mung“.

Es folg­te ein ty­pi­scher Busch: Der Mann be­kam Ge­gen­wind in Stark­sturm­stär­ke – aber er stand es durch. Weil sein Sa­nie­rungs­kurs nicht so­fort griff, zähl­ten ihn die Auf­sichts­rä­te schon in sei­nem ers­ten vol­len Ge­schäfts­jahr an und kürz­ten sei­nen Bo­nus, was so sel­ten ist, dass es als Stra­fe emp­fun­den wird.

Busch war klar, dass sein Pos­ten wa­ckel­te, doch er ar­bei­te­te sich durch. Mit dem Chef der Ge­bäu­de­tech­nik be­schloss er den Rück­zug aus Dut­zen­den un­pro­fi­ta­blen Märk­ten. Bei den Zü­gen tausch­te er Ma­na­ger aus und über­trug viel Ver­ant­wor­tung auf die Pro­jekt­lei­ter.

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