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Minusfrau

URSULA GATHER Die Mathematikprofessorin steht für den Niedergang der Krupp-Stiftung und die Zerschlagung von Thyssenkrupp. Erstaunlich, wie sie dennoch jede Schuld an dem Fiasko von sich weist.

IN SZE­NE GE­SETZT Als Uni­ver­si­täts­rek­to­rin konn­te Ur­su­la Gather glän­zen. Nun will sie ihr miss­glück­tes Wir­ken bei der Krupp-Stif­tung und bei Thys­sen­krupp in güns­ti­ges Licht rü­cken.

Es wird ein Ab­schied durch die Hin­ter­tür. Kei­ne opu­len­te Fei­er, we­nig Gäs­te. Wenn Ur­su­la Gather (67) in der zwei­ten Ok­to­ber­wo­che die Amts­ket­te des Rek­tors der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Dort­mund an ih­ren Nach­fol­ger über­gibt, wer­den ihr le­dig­lich die Füh­rungs­rie­ge der Uni und die nord­rhein-west­fä­li­sche Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Isa­bel Pfeif­fer-Po­ens­gen (66) im gro­ßen Au­di­max hul­di­gen. Der bei sol­chen An­läs­sen üb­li­che an­schlie­ßen­de Emp­fang mit Weg­be­glei­tern muss we­gen der Hy­gie­ne­vor­schrif­ten ganz aus­fal­len.

Für Gather mag das bit­ter sein. In zwölf Amts­jah­ren hat sie aus der TU Dort­mund eine Spit­zen­ein­rich­tung im Re­vier ge­macht. Die Stu­den­ten­zah­len stie­gen um etwa 60 Pro­zent. Die For­schungs- und Pro­jekt­gel­der sind kon­ti­nu­ier­lich auf ho­hem Ni­veau. Da­für hät­te sie eine gro­ße Fei­er ver­dient – ganz an­ders als in ih­rem zwei­ten wich­ti­gen Amt als Che­fin der le­gen­dä­ren Krupp-Stif­tung, die mit rund 21 Pro­zent auch größ­te An­teils­eig­ne­rin des Kri­sen­kon­zerns Thys­sen­krupp ist. Hier steht der Name Gather für Nie­der­gang und Exis­tenz­be­dro­hung.

Seit sie im Ok­to­ber 2013 die Macht auf dem „Hü­gel“ in Es­sen über­nom­men hat, ist die Stif­tung zum Aschen­put­tel un­ter den gro­ßen Wohl­tä­tern des Ruhr­ge­biets ver­küm­mert. Ver­teil­te die K-Stif­tung frü­her mit­un­ter jähr­lich ins­ge­samt drei­stel­li­ge Mil­lio­nen­be­trä­ge, kann Gather heu­te le­dig­lich noch 8,5 Mil­lio­nen Euro für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke aus­ge­ben. Und muss da­für be­reits an die Rück­la­gen ge­hen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.