UNTERNEHMEN

Kunst des Krieges

FABER-CASTELL Eines der ältesten Unternehmen der Republik versinkt in einer Familienfehde. Ein Mediator und ein neuer Chef sollen die Katastrophe abwenden.

GEFÄHR­LI­CHES DU­ELL Grä­fin Mary und ihr Stief­sohn Charles neh­men sich das gräf­li­che Wap­pen zum Vor­bild

Ent­lang der A9 zwi­schen Nürn­berg und dem Brom­bach­see er­stre­cken sich rie­si­ge Wald­flä­chen. Da­zwi­schen, ver­bor­gen un­ter al­ten Bäu­men, schmiegt sich um den Hem­bach bei Wen­del­stein ein En­sem­ble aus Land­häu­sern, Pool und Ten­nis­plät­zen. Es wäre das per­fek­te Idyll, wä­ren da nicht die Bor­ken­kä­fer und die ho­hen In­stand­hal­tungs­kos­ten. Vie­le Jah­re lang hat­te sich Rü­di­ger Hun­ke dar­um ge­küm­mert, das rund 100 Mil­lio­nen Euro schwe­re Pri­vat­ver­mö­gen der Gräf­li­chen Fa­mi­lie zu Fa­ber-Ca­s­tell mit sei­nen Län­de­rei­en, Im­mo­bi­li­en und der Kunst­samm­lung zu er­hal­ten.

Doch in­zwi­schen sind die Diens­te des Ver­wal­ters nicht mehr ge­fragt, die Na­tur und der Zahn der Zeit bah­nen sich ih­ren Weg. Dass die Fi­nan­zen der fei­nen Ge­sell­schaft un­ter dem Dau­er­zoff zwi­schen Grä­fin Mary (68) und Stief­sohn Charles (40) lei­den, ist be­dau­er­lich. An an­de­rer Stel­le sind die Aus­wir­kun­gen al­ler­dings ge­ra­de­zu dra­ma­tisch: Die Fa­mi­li­en­feh­de droht ei­nes der tra­di­ti­ons­reichs­ten Un­ter­neh­men der Re­pu­blik, ge­grün­det 1761, wirt­schaft­lich aufs Ge­fähr­lichs­te zu de­mo­lie­ren. Seit 2017 ist der Um­satz um über 110 Mil­lio­nen Euro oder 17 Pro­zent ein­ge­bro­chen, der Ge­winn wirkt wie aus­ra­diert, der Kon­zern ver­sinkt in Le­thar­gie.

„Es ist ein gif­ti­ger Cock­tail aus Miss­trau­en und Angst vor Ver­än­de­rung“, sagt eine Füh­rungs­kraft, die in­zwi­schen auf­ge­ge­ben hat. „In zwei bis drei Jah­ren ist Fa­ber-Ca­s­tell ein Sa­nie­rungs­fall.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.