UNTERNEHMEN

Straßen-Kämpferin

MERCK Als Belén Garijo vom Weltkonzern Sanofi nach Darmstadt kam, schien die Firma ihre besten Zeiten hinter sich zu haben. Zehn Jahre später laufen die Geschäfte glänzend, und die Spanierin wird bald als zweite Frau überhaupt einen Dax-Konzern leiten. Dahinter steckt eine geradezu exotische Geschichte.
Von Martin Noé und Dietmar Palan

GE­KOM­MEN, UM ZU BLEI­BEN Belén Ga­ri­jo spricht ein har­tes, spa­nisch ge­färb­tes Eng­lisch und bie­tet ih­ren Ge­sprächs­part­nern ganz an­gel­säch­sisch den Vor­na­men an: „Call me Belén, plea­se.“ Nicht nur at­mo­sphä­risch hat sie in Darm­stadt viel ver­än­dert.

Belén Ga­ri­jo, das muss gleich zu An­fang ge­sagt wer­den, ist eine klei­ne, sehr zier­li­che Frau von 60 Jah­ren. Den al­ler­meis­ten deut­schen Un­ter­neh­mens­füh­rern dürf­te sie weit­ge­hend oder gar gänz­lich un­be­kannt sein. Gleich­wohl aber wird sie in Kür­ze zur wich­tigs­ten Frau in der deut­schen Kon­zern­land­schaft auf­stei­gen – wenn sie es nicht heu­te be­reits ist. Für den Darm­städ­ter Che­mie- und Phar­ma­kon­zern Merck je­den­falls ist sie so un­ent­behr­lich, dass der Ge­sell­schaf­ter­rat sie im nächs­ten Jahr zur Nach­fol­ge­rin des jet­zi­gen Kon­zern­chefs Ste­fan Osch­mann (63) kü­ren wird. Sie wird – nach dem Kurz­zei­t­en­ga­ge­ment von Jen­ni­fer Mor­gan (49) an der SAP-Spit­ze – die zwei­te Che­fin ei­nes Dax-Un­ter­neh­mens über­haupt sein. Und sie wird, die­se Pro­gno­se sei ge­wagt, deut­lich län­ger am­tie­ren.

Belén Ga­ri­jo, die ein har­tes, spa­nisch ge­färb­tes Eng­lisch spricht und ih­ren Ge­sprächs­part­nern ganz an­gel­säch­sisch den Vor­na­men an­bie­tet, „Call me Belén, plea­se“, schweigt dazu. Sie er­zählt lie­ber, wie es dazu kam, dass sie vom Pa­ri­ser Welt­kon­zern Sa­no­fi nach Darm­stadt wech­sel­te, in eine Stadt, die ihre Kriegs­wun­den mit Be­ton­qua­dern zu­ge­schüt­tet hat, und in eine Fir­ma, die ihre bes­ten Zei­ten hin­ter sich zu ha­ben schien.

2011 warb Osch­mann sie auf Emp­feh­lung des da­ma­li­gen Sie­mens-Chefs Pe­ter Lö­scher (62) an. Es gab ein paar Tref­fen, zu­letzt in Bos­ton zu­sam­men mit dem da­ma­li­gen Merck-Chef Karl-Lud­wig Kley (69), dann war al­les klar.

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