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Man trifft sich in Stadelheim

WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT Die Fälle Wirecard und Volkswagen zeigen: Der sanfte Umgang der Behörden mit gefährlichen Egomanen in den Chefetagen hat System.

IN DER HAND DER RICH­TER Der Pro­zess ge­gen Ex-Audi-Chef Ru­pert Stad­ler star­tet Ende Sep­tem­ber im Hoch­si­cher­heits­ge­richts­saal in der JVA Sta­del­heim. 2019 war Stad­ler vier Mo­na­te in der Nähe von Augs­burg in U-Haft.

Ende Juli end­lich lief Hil­de­gard Bä­um­ler-Hösl (57) zur Höchst­form auf. „Ge­werbs­mä­ßi­ger Ban­den­be­trug, Un­treue, un­rich­ti­ge Dar­stel­lung und Markt­ma­ni­pu­la­ti­on in meh­re­ren Fäl­len“ lis­te­te die Mün­che­ner Ober­staats­an­wäl­tin als Vor­wür­fe ge­gen Ex-Wire­card-Chef Mar­kus Braun (50) und an­de­re Ma­na­ger auf. Sie ließ Braun zum zwei­ten Mal fest­neh­men, und dazu noch zwei wei­te­re Be­schul­dig­te.

Die Pres­se­mit­tei­lung über zwei eng be­schrie­be­ne Sei­ten liest sich, als habe je­mand end­gül­tig die Ge­duld ver­lo­ren. Die „in­ten­si­ven Er­mitt­lun­gen“ hät­ten er­ge­ben, dass „der zur Last lie­gen­de Sach­ver­halt er­heb­lich er­wei­tert“ wer­den müs­se. Braun, drei an­de­re Be­schul­dig­te so­wie wei­te­re Mit­tä­ter sei­en 2015 über­ein­ge­kom­men, Bi­lanz­sum­me und Um­satz von Wire­card „durch das Vor­täu­schen von Ein­nah­men“ auf­zu­blä­hen. Braun weist die Vor­wür­fe zu­rück.

Die mit re­so­lu­tem Charme auf­tre­ten­de Lei­te­rin der Mün­che­ner Haupt­ab­tei­lung für Wirt­schafts­straf­sa­chen mit ins­ge­samt 44 Staats­an­wäl­ten gilt un­ter Ma­na­gern als ge­fürch­tets­te Straf­ver­fol­ge­rin. Sie sei hoch qua­li­fi­ziert, sagt ein Top­ver­tei­di­ger. Man sol­le „bloß nicht ver­su­chen, sie aus­zu­trick­sen“, warnt ein an­de­rer. „Aber wer ko­ope­riert und mit of­fe­nen Kar­ten spielt, kann mit ihr gut klar­kom­men.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.