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HIGHTECH AM BODEN

LUFTFAHRT Im Schatten der Krise von Airbus und Boeing droht den Zulieferern ein Desaster. Besonders deutsche Hersteller kämpfen gegen den Exitus. Eine Zukunftsbranche ist in Gefahr.

PLÖTZ­LICH LA­DENHÜTER Die meis­ten deut­schen Zu­lie­fe­rer hän­gen an Air­bus. Doch selbst der lang­jäh­ri­ge Best­sel­ler A321, hier bei der Mon­ta­ge, fin­det kaum noch Ab­neh­mer.

Mon­tag bis Mitt­woch scheint die Welt des Mark Hil­ler (47) noch in Ord­nung. Wenn der Chef des Flug­zeug­sitz­her­stel­lers Re­ca­ro Air­craft Sea­ting durch das Werk in Schwä­bisch Hall eilt, sieht er sei­ne Leu­te Pols­ter auf Ge­stel­le kne­ten wie im­mer. Bis auf die Mas­ken kei­ne Spur von Co­ro­na. Ab Don­ners­tag aber greift die Kurz­ar­beit, „dann wird es merk­lich ru­hi­ger bei uns“. Sehr merk­lich so­gar. Min­des­tens 50 Pro­zent, wahr­schein­lich so­gar 60 Pro­zent we­ni­ger Sit­ze wird Hil­ler in die­sem Jahr wohl ver­kau­fen.

Dass der In­ge­nieur trotz­dem nicht hy­per­ven­ti­liert, liegt an den blen­den­den Vor­jah­ren und schwä­bi­scher Haus­halts­füh­rung. Das Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men, mit zu­letzt gut 700 Mil­lio­nen Euro Um­satz der Welt­markt­füh­rer in der Eco­no­my­class, hat Sub­stanz auf­ge­baut. Die Stamm­be­leg­schaft in Deutsch­land – 1300 Be­schäf­tig­te – will Hil­ler auf je­den Fall hal­ten. „Es wird hart“, pro­phe­zeit er, „aber wir ste­hen die­se Kri­se durch.“

So viel Zu­ver­sicht kön­nen an­de­re nicht mehr auf­brin­gen. Vie­le klei­ne­re Zu­lie­fe­rer wer­den der­zeit kaum noch ein Zehn­tel der ge­wohn­ten Men­ge los. „Ich be­kom­me re­gel­mä­ßig ver­zwei­fel­te An­ru­fe von Kol­le­gen“, be­rich­tet Rolf Phil­ipp, selbst Zu­lie­fe­rer (Air­craft Phil­ipp) und zu­gleich Mit­tel­stands­be­auf­trag­ter des Bran­chen­ver­bands BDLI. Nicht sel­ten bre­chen da ge­stan­de­ne Pa­tro­ne in Trä­nen aus, weil sie auf die Trüm­mer ih­res Le­bens­werks bli­cken.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.