MAGISCHES VIERECK

Mehr Geld für Europa

Die Sommerbeschlüsse könnten die EU erstmals seit Jahren wieder deutlich stabiler machen. Nur reicht das nicht.
Von Henrik Müller

Eur­opa hat ein de­sas­trö­ses Jahr­zehnt hin­ter sich. Wäh­rend der Euro-Kri­se ab 2010 droh­te der Wäh­rungs­uni­on mehr­fach das un­mit­tel­ba­re Aus­ein­an­der­bre­chen. Nord- und Süd­staa­ten, so schien es zeit­wei­se, pass­ten ein­fach nicht zu­sam­men. Die Flücht­lings­kri­se ab 2015 of­fen­bar­te tie­fe Ris­se; für wel­che Wer­te Eu­ro­pa steht, dar­über gab es we­der Kon­sens zwi­schen West und Ost noch in­ner­halb ein­zel­ner Ge­sell­schaf­ten. Als dann 2016 die Bri­ten für den Brex­it vo­tier­ten, war die Ge­fahr groß, dass auch an­de­re Län­der sich ver­ab­schie­den wür­den – die EU, ein mor­sches Im­pe­ri­um, des­sen Ein­sturz vor­be­stimmt zu sein schien.

Deutsch­land moch­te sich als Glo­b­al­ex­por­teur und Über­schuss­welt­meis­ter zeit­wei­se un­ver­wund­bar füh­len. Doch kein an­de­rer Fak­tor hat so viel Un­si­cher­heit in die Wirt­schaft ge­tra­gen wie die wack­li­ge Lage in Eu­ro­pa, wie Be­rech­nun­gen un­se­res For­schungs­zen­trums DoC­MA zei­gen (sie­he Gra­fik). Kaum ver­wun­der­lich also, dass Un­ter­neh­men ver­gleichs­wei­se we­nig in­ves­tier­ten, trotz gu­ter Wirt­schafts­la­ge.

DIE EI­NI­GUNG ÜBER DEN EU-HAUS­HALT und den Co­ro­na-Wie­der­auf­bau­fonds lässt sich des­halb kaum über­schät­zen. Dass es ge­lun­gen ist, der nächs­ten Kri­se ge­mein­sam ent­ge­gen­zu­tre­ten, ist ein hoff­nungs­fro­hes Si­gnal. Noch ist das Bud­get nicht end­gül­tig be­schlos­sen. Die Par­la­men­te in Brüs­sel und den Haupt­städ­ten müs­sen noch zu­stim­men. Freu­dig-über­rascht re­agie­ren in­des schon mal die De­vi­sen­märk­te: Bin­nen we­ni­gen Wo­chen hat der Euro ge­gen­über dem Dol­lar rund 10 Pro­zent an Wert ge­won­nen – ein vor­läu­fi­ger Ver­trau­ens­be­weis.

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