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Vorsicht! Falle!

ANLAGEBETRUG Nachlässig regulierte Crowdfunding-Plattformen preisen Corona-Investments mit Traumrenditen an. Tatsächlich droht nicht selten der Totalverlust. Das Perfide: Die Regierung fördert den neuen Graumarkt sogar.

HOCH VER­SCHUL­DET Der Be­trei­ber des Hos­pi­zes Schloss Bern­storf in Meck­len­burg nutz­te die Co­ro­na-Pan­de­mie zum Ein­wer­ben von An­le­ger­geld

Inmit­ten meck­len­bur­gi­scher Wie­sen, Fel­der und Wäl­der steht Schloss Bern­storf, ein Guts­haus aus dem 19. Jahr­hun­dert. Seit sechs Jah­ren ver­brin­gen dort Tod­kran­ke ih­ren Le­bens­abend. Das „Bio­hos­piz“, auf hal­ber Stre­cke zwi­schen Lü­beck und Wis­mar, sei „ein Re­fu­gi­um für den letz­ten Le­bens­ab­schnitt“, heißt es in ei­nem Wer­be­film.

Ge­schäfts­füh­rer Wolf­gang Röhr (66) möch­te schon bald mehr Kran­ke will­kom­men hei­ßen. Er plant ei­nen An­bau für eine „In­ten­siv­pfle­ge-Wohn­ge­mein­schaft“, das Geld da­für hat er aus dem In­ter­net: Auf der On­line­platt­form Zins­bau­stein.de sam­mel­te Röhr im Früh­ling bin­nen we­ni­gen Wo­chen 1,2 Mil­lio­nen Euro bei 450 Pri­vat­an­le­gern ein.

Die Pan­de­mie half da­bei: Un­ter der Über­schrift „Geld­an­le­gen in Co­ro­na-Zei­ten“ warb Zins­bau­stein im April für das Hos­piz­in­vest­ment. An­le­gern win­ken den An­ga­ben zu­fol­ge 5,25 Pro­zent Ren­di­te – in der Nied­rig­zins­ära ein Se­gen, zu­mal die An­le­ger an­geb­lich den Kampf ge­gen die Co­ro­na-Pan­de­mie un­ter­stüt­zen. „Auf­grund der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on und ei­nem aku­ten Mehr­be­darf an In­ten­siv­pfle­ge­plät­zen in der Re­gi­on wur­de der Ent­wick­ler von öf­fent­li­cher Hand (un­ter an­de­rem dem Ro­bert Koch-In­sti­tut) drin­gend auf­ge­for­dert, das Pro­jekt zu be­schleu­ni­gen, um zeit­nah wei­te­re Be­at­mungs­plät­ze für Pa­ti­en­ten zur Ver­fü­gung stel­len zu kön­nen“, heißt es dort. Die Pres­se­spre­che­rin des Ro­bert Koch-In­sti­tuts je­doch de­men­tiert: „Wir ha­ben eine sol­che Auf­for­de­rung nicht aus­ge­spro­chen und den Be­trei­ber zur Un­ter­las­sung auf­ge­for­dert.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2020.