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Stuttgarter Kosmetik

LAB1886 Daimlers Start-up-Maschine ist gescheitert. Ein geschickter Deal soll die Pleite überdecken.

GUT IN­SZE­NIERT Kai Sie­bert, Ul­rich Dietz und Su­san­ne Hahn (v. l.) star­ten das Lab neu

Susan­ne Hahn (44) sah ei­nem bö­sen Ende ent­ge­gen. Im Daim­ler-Vor­stand hat­te sie im De­zem­ber 2019 noch ein­mal ge­kämpft für den Er­halt ih­rer Ein­heit, der Start-up-Ma­schi­ne La­b1886. Doch chan­cen­los: Ihr eh schon ge­kürz­tes 50-Mil­lio­nen-Euro-Bud­get wur­de ge­stri­chen, dem Rest des Kon­zerns un­ter­sagt, wei­ter Auf­trä­ge an die vier Bü­ros in Stutt­gart, Ber­lin, At­lan­ta und Pe­king zu ge­ben. Den 150 Mit­ar­bei­tern blieb die Lan­ge­wei­le.

Hahns Zu­kunfts­plä­ne fie­len der neu­en Stra­te­gie des Kon­zern­chefs Ola Käl­le­ni­us (51) zum Op­fer: Kon­zen­tra­ti­on auf das Kern­ge­schäft, In­ves­ti­tio­nen in vage Zu­kunfts­hoff­nun­gen sind kaum noch vor­ge­se­hen (sie­he mm 2/​2020). Auch das be­kann-tes­te Pro­dukt des Labs, der ver­lust­rei­che Car­sha­ring­an­bie­ter Car2go, wur­de in­zwi­schen fu­sio­niert und her­un­ter­ge­strippt.

„Das Lab war zu teu­er“, sagt ein Daim­ler-In­si­der. Klang­los ab­wür­gen woll­te Käl­le­ni­us das von Vor­gän­ger Die­ter Zet­sche (67) gern mal ge­fei­er­te Lab aber auch nicht. Es galt, Ge­sicht zu wah­ren: „Die Idee soll­te ir­gend­wie er­hal­ten und die Nie­der­la­ge nicht zu sicht­bar wer­den.“

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