EXPERTENRAT

Schlacht um die Aufsichtsräte

Die Mandate in den Kontrollgremien werden wichtiger. Aktivistische Investoren wollen das nutzen.
Von Christoph Seibt

Publik wer­den For­de­run­gen nach Wech­seln in Auf­sichts­rä­ten sel­ten. Beim Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler Sta­da setz­ten Groß­ak­tio­nä­re ih­ren Kan­di­da­ten durch, auch beim Ma­schi­nen­bau­er Gea ging es hef­tig zur Sa­che; ins­ge­samt scheint es aber ru­hig zu sein.

Da­bei tobt der Kampf hin­ter den Ku­lis­sen längst. In­ves­to­ren er­he­ben An­sprü­che nun häu­fi­ger und mit mehr Nach­druck. Und viel spricht da­für, dass sich die Be­set­zung der Auf­sichts­rä­te deut­scher Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten in den nächs­ten drei bis fünf Jah­ren zum Schlacht­feld un­ter­schied­li­cher In­ter­es­sen­grup­pen ent­wi­ckeln wird.

Aus­lö­ser für sol­che Kampf­ab­stim­mun­gen ist zu­erst die stei­gen­de Be­deu­tung des Auf­sichts­rats: Ge­setz­ge­ber und auch Ka­pi­tal­markt stel­len wach­sen­de An­for­de­run­gen an die Gre­mi­en; der Trend geht in Rich­tung ei­ner „Boar­di­sie­rung“ , wie wir sie im an­gel­säch­si­schen Sys­tem ken­nen. Das frü­her eher ver­gan­gen­heits­ori­en­tier­te Über­wa­chungs­or­gan wird im­mer mehr Teil der un­ter­neh­me­ri­schen Lei­tung, ist in Stra­te­gie­ent­wick­lung, Ri­si­ko- und Re­pu­ta­ti­ons­ma­nage­ment in­vol­viert. Als Re­ak­ti­on auf das Wire­card-De­ba­kel ist eine ge­setz­li­che Re­ge­lung ge­plant, die dem Auf­sichts­rat di­rek­ten Zu­gang zum Con­trol­ling und zur Re­vi­si­on auch am Vor­stand vor­bei er­mög­licht.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2021.