SPEZIAL "TOP-FRAUEN"

FRAUEN-BEWEGUNG

Zahlreiche Spitzenjobs der globalen Ökonomie wurden im Corona-Jahr mit Frauen besetzt. Sie wollen einen anderen Kapitalismus – und könnten sich durchsetzen.

WELTÖKO­NO­MIN Die in­disch­stäm­mi­ge Har­vard-Pro­fes­so­rin und Fi­nanz­markt­ex­per­tin Gita Go­pi­nath ist seit An­fang 2019 Chef­öko­no­min des IWF

Wenn es um die Be­set­zung von Spit­zen­po­si­tio­nen bei der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) geht, zeigt Prä­si­den­tin Chris­ti­ne La­g­ar­de (64) auf Spit­zen­tref­fen in den EU-Staa­ten gern ein Foto. Zu se­hen ist der 25-köp­fi­ge EZB-Rat bei ei­nem in­for­mel­len Tref­fen vor ei­nem Jahr: „Nur ich und 24 Män­ner.“ Sub­text: Wie pein­lich!

Das Foto hat schon ge­wirkt. Seit An­fang 2020 sitzt Isa­bel Schna­bel (49) mit im sechs­köp­fi­gen EZB-Di­rek­to­ri­um, zu­stän­dig für Mark­t­ope­ra­tio­nen, For­schung und Sta­tis­tik. Die Bon­ner Pro­fes­so­rin für Fi­nanz­markt­öko­no­mie er­klärt der deut­schen Öffent­lich­keit die fi­nanz­po­li­ti­sche Li­nie der EZB. In der Su­per­be­hör­de selbst sei sie auf eine „männ­lich ge­präg­te Dis­kus­si­ons­kul­tur“ ge­sto­ßen. „Als ein­zi­ge Frau et­was zu ver­än­dern ist wahn­sin­nig schwie­rig.“

Zu zweit sei das schon ein­fa­cher. La­g­ar­de macht es vor: Die ge­wief­te Po­li­ti­ke­rin – sie war Frank­reichs Fi­nanz­mi­nis­te­rin und bis 2019 Che­fin des In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds – sucht stets Ver­bün­de­te, wenn es dar­um geht, Struk­tu­ren auf­zu­bre­chen; wo im­mer es geht, ver­netzt sie sich mit Frau­en. Gleich zu Be­ginn ih­rer acht­jäh­ri­gen Amts­zeit bei der EZB plat­zier­te die Fran­zö­sin das The­ma Kli­ma­wan­del ganz oben auf der Agen­da. Mit EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ur­su­la von der Ley­en (62) und Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (66) steht sie per SMS oder Te­le­fon in Kon­takt, „easy und ohne Ei­tel­kei­ten“, er­klärt sie mit fei­nem Lä­cheln.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2021.