FRAU DES JAHRES

„Ich wusste immer, was ich wollte“

Ab Mai lenkt die spanische Medizinerin Belén Garijo den Chemie- und Pharmakonzern Merck – als erste alleinige CEO im Dax. Ein Gespräch über die entscheidenden Momente einer Karriere, Bauchgefühl und das Glück, Mutter zweier ehrlicher Töchter zu sein.

FRAU MIT ZU­KUNFT Die im kas­ti­li­schen Alman­sa ge­bo­re­ne Me­di­zi­ne­rin Belén Ga­ri­jo reif­te bei Sa­no­fi zur in­ter­na­tio­na­len Ma­na­ge­rin her­an. 2011 wech­sel­te sie zu Merck. Dort mach­te sie sich schnell un­ent­behr­lich. Sie sa­nier­te das Phar­ma­ge­schäft, re­ani­mier­te die For­schung und eta­blier­te Merck in den USA und Chi­na. Seit 2015 lei­tet sie die Phar­ma­spar­te, im Juli 2020 wur­de sie zur stell­ver­tre­ten­den Vor­stands­vor­sit­zen­den er­nannt. Sie ist Per­so­nal­che­fin, und die Fä­den des welt­wei­ten Kri­sen­ma­nage­ments lau­fen bei ihr zu­sam­men. Ga­ri­jo ist Ver­wal­tungs­rä­tin bei L'Oréal und Ban­co Bil­bao.

Das für An­fang No­vem­ber in der Kon­zern­zen­tra­le in Darm­stadt ge­plan­te Tref­fen muss aus­fal­len – es herrscht Pan­de­mie, und die künf­ti­ge Merck-Che­fin, die in Ma­drid Me­di­zin stu­dier­te, nimmt die emp­foh­le­nen Kon­takt­be­schrän­kun­gen sehr ernst. Belén Ga­ri­jo (60) schal­tet sich aus dem Büro zu und lässt sich du­zen, wie es au­ßer­halb Deutsch­lands im Ma­nage­ment üb­lich ist. Viel Vor­ge­plau­der ist ihre Sa­che trotz­dem nicht. Sie gibt von ih­rem Ar­beits­platz nur preis, was zum The­ma passt: Ein Foto zeigt sie mit der spa­ni­schen Kö­ni­gin Sofía, mit der sie von 2006 bis 2008 in ei­nem Pro­jekt ge­gen Alz­hei­mer zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat. Pro­mi­nent im Re­gal plat­ziert hat sie auch ein ge­rahm­tes Zi­tat der kürz­lich ver­stor­be­nen US-Su­pre­me-Court-Rich­te­rin Ruth Ba­der Gins­burg: „Frau­en ge­hö­ren über­all dort hin, wo Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wer­den.“

Wo­mit sie in der Tat mit­ten­drin ist im The­ma: Belén Ga­ri­jo wird im Mai die ers­te al­lei­ni­ge Che­fin ei­ner Dax-Adres­se, des fa­mi­li­en­do­mi­nier­ten Darm­städ­ter Merck-Kon­zerns, der mit sei­nen welt­weit 57.000 Be­schäf­tig­ten 16,2 Mil­li­ar­den Euro Um­satz er­wirt­schaf­tet und sein Geld mit Me­di­ka­men­ten (Krebs, Mul­ti­ple Skle­ro­se), La­bo­raus­rüs­tung und dem Roh­ma­te­ri­al für Han­dy- und Flach­bild­schir­me (or­ga­ni­sche Leucht­di­oden, Flüs­sig­kris­tal­le) ver­dient.

Be­vor sie im Früh­jahr ihr Amt an­tritt, hat die Jury der „Top 100 Frau­en der deut­schen Wirt­schaft“ (sie­he Kas­ten Sei­te 119) sie zur Frau des Jah­res ge­kürt. Trotz­dem sind da noch ein paar Fra­gen of­fen.

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