WAS MACHT EIGENTLICH ...

Heinrich Weiss?

Der Stahlunternehmer streitet wie eh und je für Markt und Wettbewerb. Und wenn er anreist, wird's oft laut.

Wer sich von Hein­rich Weiss (78) auf eine Ge­dan­ken­rei­se durch die Wirt­schafts­welt mit­neh­men lässt, der be­geg­net ei­ner gan­zen Rei­he al­ter Pro­mis. An die VW-Le­gen­de Fer­di­nand Piëch (1937 bis 2019) schick­te Weiss mal sei­ne Di­plom­ar­beit aus den spä­ten 60ern, in der er ein Elek­tro­au­to kon­zi­piert hat­te. Chi­nas Staats­chef Li Peng (1928 bis 2019) frag­te er kurz nach dem Tian'an­men-Mas­sa­ker 1989 un­ter vier Au­gen, wann er mehr De­mo­kra­tie zu­las­sen wer­de. Und mit den CDU-Gran­den Hei­ner Geiß­ler (1930 bis 2017) und Nor­bert Blüm (1935 bis 2020) stritt er wort­mäch­tig über Staat und Wett­be­werb.

Aber Weiss, Groß­ak­tio­när des Stahl­an­la­gen­bau­ers SMS (Um­satz: 2,9 Mil­li­ar­den Euro), lebt im Jetzt. An­ek­do­ten bringt er, um Leh­ren ab­zu­lei­ten. Sein E-Auto? Wäre nur 80 Ki­lo­me­ter pro Stun­de lang­sam und 80 Ki­lo­me­ter kurz ge­fah­ren und hät­te drei Ton­nen ge­wo­gen – bis heu­te sieht der Ex-Renn­fah­rer die Kon­zen­tra­ti­on auf die Elek­tro­mo­bi­li­tät skep­tisch. Und Chi­na? „Li Peng ant­wor­te­te, wenn sei­ne Bür­ger die Wahl hät­ten zwi­schen ei­nem neu­en Fern­se­her und mehr de­mo­kra­ti­schen Frei­hei­ten, näh­men sie die Fern­se­her.“ Heu­te wer­de Chi­na im­mer au­to­ri­tä­rer und be­dro­he Hong­kong und Tai­wan – „das macht mir wirk­lich gro­ße Sor­gen“, sagt Weiss, der dort seit den 70er Jah­ren Ge­schäf­te macht.

Und Blüm und Geiß­ler? „Da­mals konn­ten wir am Tag er­bit­tert strei­ten und abends als Freun­de ge­mein­sam ei­nen trin­ken – aber so et­was ist heu­te an­ge­sichts der feh­len­den De­bat­ten­kul­tur lei­der kaum noch denk­bar.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2021.