NAMEN UND NACHRICHTEN

Drang nach Größe

SIEMENS Ex-Chef Joe Kaeser arbeitet an seiner Rückkehr als Aufsichtsratschef.

NIE­MALS GEHT MAN SO GANZ Joe Ka­e­ser in sei­nem Büro, Fir­men­grün­der Wer­ner von Sie­mens fest im Blick

Im Feu­er­werk an Kurs- und Ge­winn­sprün­gen und Lob­re­den zum Ab­schied von Sie­mens-ChefJoe Ka­e­ser (63) An­fang Fe­bru­ar ging ein In­ter­view in der „Fi­nan­ci­al Times“ na­he­zu un­ter. Dar­in lob­te Ka­e­ser ak­ti­vis­ti­sche Fonds in höchs­ten Tö­nen als not­wen­di­ge Ka­ta­ly­sa­to­ren für Ver­än­de­run­gen: „Soll­ten die Din­ge fehl­schla­gen – weil das Ma­nage­ment lang­sa­mer wird oder sich von der ein­ge­schla­ge­nen Stra­te­gie ab­wen­det –, wird es In­ves­to­ren ge­ben, die den Ma­na­gern sa­gen, was zu tun ist“, er­klär­te Ka­e­ser.

Man­chem Sie­men­sia­ner kam das wie eine Auf­for­de­rung vor, sei­nen Nach­fol­ger Ro­land Busch (56) in Schach zu hal­ten, man­chem Fonds­ma­na­ger da­ge­gen wie eine Be­wer­bung. Rich­tig ist auf je­den Fall, dass Ka­e­ser künf­tig in der Deutsch­land AG als Mul­ti­auf­sichts­rat eine füh­ren­de Rol­le ein­neh­men will. Den Vor­sitz bei der ab­ge­spal­te­nen En­er­gie­fir­ma Sie­mens En­er­gy hat er schon; für ei­nen von sei­nem Ka­li­ber scheint das aber eher wie ein Trost­preis. Also braucht er Ver­bün­de­te, zum Bei­spiel die In­ves­to­ren.

Un­ter den Gran­den der Deutsch­land AG scheint die Be­geis­te­rung für Ka­e­ser über­schau­bar. Beim Stutt­gar­ter Au­to­kon­zern Daim­ler war er der na­he­lie­gen­de Er­satz­kan­di­dat, als Ober­auf­se­her Man­fred Bi­sch­off (78) sein Wunsch­nach­fol­ger Die­ter Zet­sche (67) ab­han­den­kam. Ka­e­ser ge­hört dem Gre­mi­um seit 2014 an und soll auch kräf­tig bei sei­nen Mit­kon­trol­leu­ren für sich lob­by­iert ha­ben. Doch Bi­sch­off, be­stärkt von den Ar­beit­neh­mern, nahm lie­ber Auf­sichts­rats­ve­te­ran Bernd Pi­sche­ts­rie­der (73), ob­wohl der sei­ne Ren­te auch schon fest im Blick hat.

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