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Digital-Guerilla

STRÖER Mit Tricks am Rande des Regelwerks haben die Großaktionäre Udo Müller und Dirk Ströer aus einer mittelständischen Werbefirma einen Börsenstar geformt. Das böse Erwachen könnte bald kommen.

Udo Mül­ler (58) und Dirk Strö­er (51), Groß­ak­tio­nä­re des Köl­ner MDax-Kon­zerns Strö­er Me­dia, lie­ben das pral­le Le­ben. Mül­lers Par­tys auf Ibi­za gal­ten in Vor-Co­ro­na-Zei­ten als High­lights für al­ler­lei Ver­gnü­gungs­süch­ti­ge. Auch Strö­er in­sze­niert sich mit Gat­tin Tina in so­zia­len Me­di­en als fei­er­freu­dig – ge­mein­sa­mes Foto mit ei­ner vom Schei­tel ab­wärts ver­gol­de­ten, erst un­ter­halb des Bauch­na­bels be­klei­de­ten Dame in­klu­si­ve. Ti­tel der pri­va­ten Web­site: „Ke­eping up with the Strö­er's“ – das Paar wähnt sich of­fen­bar auf Au­gen­hö­he mit dem ak­tu­el­len Kö­nigs­clan der So­ci­al Me­dia, den Kar­da­shi­ans. Der schuf mit der Se­rie „Ke­eping up with the Kar­da­shi­ans“ ein mil­li­ar­den­schwe­res Im­pe­ri­um.

Mil­li­ar­den ha­ben Strö­er und Mül­ler auch auf­ge­türmt. An der Bör­se gilt Strö­er Me­dia seit Jah­ren als Er­folgs­ge­schich­te. Der Kurs no­tiert seit De­zem­ber nahe sei­nem All­zeit­hoch (sie­he Gra­fik „Luf­ti­ge Be­wer­tung"). CEO Mül­ler hat ein mit­tel­stän­di­sches, ana­lo­ges, von 300.000 Wer­be­flä­chen in Fuß­gän­ger­zo­nen, an Aus­fall­stra­ßen oder in Bahn­hö­fen pas­sa­bel le­ben­des Un­ter­neh­men zu ei­nem ver­meint­li­chen Di­gi­tal­cham­pi­on um­e­ti­ket­tiert, der sich mit Mar­ken wie T-On­line und Sta­tis­ta schmückt. Bör­sen­wert: gut vier Mil­li­ar­den Euro. So ha­ben es die bei­den Groß­ak­tio­nä­re fast wie im Zeit­raf­fer un­ter die 200 reichs­ten Deut­schen ge­schafft – mit ei­nem Ver­mö­gen (auf dem Pa­pier) von je­weils rund ei­ner Mil­li­ar­de Euro.

Ih­ren Le­bens­stil ha­ben sie an­ge­passt. Strö­er hat sich am Fuß des Lion's Head in Kap­stadt eine der teu­ers­ten Vil­len Süd­afri­kas ge­leis­tet. Mül­ler nennt ein denk­mal­ge­schütz­tes An­we­sen im bri­ti­schen Land­haus­stil (Bau­jahr 1911/​12) in Kölns Vil­len­quar­tier Ma­ri­en­burg samt klei­nem Park sein Ei­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2021.